Waldzustand

Wissenswertes über die deutschen Wälder

Mit einer Anzahl von etwa 90 Milliarden Bäumen auf einer Gesamtfläche von ca. 11,4 Mio. Hektar ist die Landesfläche Deutschlands zu etwa einem Drittel von Wald bedeckt. Dies geht aus der letzten Bundeswaldinventur aus dem Erhebungszeitraum 2002-2012 hervor. Wälder sind vor allem in jenen Regionen zu finden, welche auf Grund ihres Klimas, ihrer Bodenbeschaffenheit oder ihrer Geländebedingungen weniger für den Ackerbau oder für Siedlungen geeignet sind. So sind im Gegensatz zu dem durch die Landwirtschaft geprägten Norden Deutschlands die Regionen im Mittelgebirge besonders waldreich. Demnach besitzen die Regionen Rheinland-Pfalz und Hessen, prozentual zur Landesfläche, die größten Waldanteile (42 %), gefolgt vom Saarland (40%) und Baden-Württemberg (38%). Die meisten Wälder, entsprechend ihrer Gesamtfläche, sind mit mehr als 2,6 Mio. Hektar jedoch in den bayrischen Regionen zu finden. Die nördlichen Regionen Schleswig-Holstein sowie Hamburg und Bremen besitzen prozentual zur Landesfläche mit je ca. 11% den geringsten Waldanteil Deutschlands.

Unsere regionalen Wälder beheimaten eine Vielzahl diverser Laub- und Nadelbäume. Laut Bundeswaldinventur (2012) handelt es sich hierbei um 51 verschiedene Baumarten bzw. Baumgruppen. Die wohl häufigste Baumart unserer Wälder ist die Fichte. Diese Baumart bestimmt vor allem das Bild der walddichten Regionen im Mittelgebirge. Doch auch Kiefern, Buchen und Eichenbäume bilden das Gesicht unserer regionalen Wälder. Laubbäume mit geringerer Lebensdauer, wie die Birke, Pappel und Erle, sind im gleichen Maße Bestandteil unserer regionalen Wälder, wie langlebigere Laubbäume, zu denen beispielsweise die Baumarten Ahorn, Esche und die Linde gehören. Ergänzt werden unsere heimischen Bäume durch neuere Baumarten, wie die Douglasie, die Japanlärche oder die Roteiche, welche jedoch auf Grund ihrer geringeren Wachstumsdichte eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Etwa die Hälfte der 11,4 Mio. Hektar Wald in Deutschland gelten als Privatwald, während etwa ein Drittel Eigentum der Länder, 19% Eigentum von Körperschaften und 4% Eigentum des Bundes sind.
Mittlerweile sind die Wälder Deutschlands zu etwa 99% menschlich geprägt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass lediglich 1% unserer regionalen Wälder naturbelassen sind. Zwar weisen etwa ein Viertel der Wälder eine naturnahe Zusammensetzung der Baumarten auf, dennoch beeinträchtigt die Zerschneidung von Waldgebieten enorm die biologische Vielfalt unserer Wälder. Aus diesem Grund besteht eine große Notwendigkeit darin, mehr Waldfläche zu Ihrer Ursprünglichkeit, den Urwäldern, zurückzuführen. Denn gesunde Wälder stellen eines unserer wichtigsten Ökosysteme dar und beheimaten mehr als 1200 unterschiedliche Pflanzen sowie tausende verschiedene Tierarten. Aus diesem Grund sind die letzten verbliebenen urwaldähnlichen Gebiete Deutschlands heute meist als Nationalpark geschützt. Doch unsere regionalen Wälder bilden nicht nur den Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Sie entlasten zudem unsere Atmosphäre jährlich um 127 Mio. Tonnen CO2. Dies entspricht einer Größenordnung von 14% der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen.

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Regio Baum verfolgt die Vision, das Problem des Waldsterbens in Deutschland direkt zu adressieren und aktiv dagegen anzukämpfen.

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